Anerkennung DIY


Dieser erste Blogartikel ist inspiriert durch die tolle Blogparade zum Thema "Komme in deine Anerkennung" von Nicole Bailer auf ihrem Blog HAPPY MAM. Hier ist der Link zur Blogparade.

Was Anerkennung mit Muskeln zu tun hat

Haben Sie schon einmal Muskelaufbautraining gemacht? Ich ja, und ich fand das erst ganz schön mühsam. Aber schon nach 3 Wochen Training merkte ich, dass ich plötzlich ohne außer Atem zu kommen und ohne buttrige Beine, 6 Etagen die Treppe hochgehen konnte und mich dabei überraschend leicht und wohl fühlte. Und ich war natürlich auch ganz schön stolz auf mich. ;-)


Was hat das jetzt mit Anerkennung zu tun?

Anerkennung wahrzunehmen oder sich anerkennend  gegenüber sich selbst und anderen zu verhalten können wir genauso trainieren wie unsere Muskeln. Aus dem Muskelaufbautraining wissen wir, dass 2 Dinge entscheidend sind, um Muskeln aufzubauen: Wiederholung und den Muskel an seine Grenze zu bringen. Dieses Wissen können wir nutzen um Anerkennung zu trainieren. Aber warum sollten wir das überhaupt tun?

 

Haben Sie in ihrem Leben genug Anerkennung?

Wir sind soziale Wesen und damit brauchen wir alle Anerkennung. Spüren Sie mal in sich hinein. Fühlen Sie sich zufrieden? Haben Sie genug Anerkennung in ihrem Leben, zuhause, bei der Arbeit, bei Freunden oder wünschen Sie noch mehr davon? Wenn Sie zufrieden mit ihrem Anerkennungspegel sind, lesen Sie den Artikel vielleicht aus Interesse weiter. Wenn Sie das Gefühl haben "mir fehlt Anerkennung an der ein oder anderen Stelle", dann können sie jetzt gleich mit mir zusammen etwas daran ändern. Genügend Anerkennung zu haben und zu bekommen bringt auch eine kraftvolle Basis, um den Herausforderungen des Alltags, dem Stress und manchmal schwierigen Situationen zu begegnen und immer wieder in sein entspanntes Gleichgewicht zurückzufinden. 


Welche Form der Anerkennung bringt ihnen am meisten? 

Die Frage ist jetzt noch, wie Sie sich am besten Anerkennung beschaffen, denn das ist bei jedem Menschen anders. Das hat zum Beispiel etwas damit zu tun, wer ihr Maßstab für Anerkennung ist  - an wem Sie sich mehr orientieren: an sich selbst oder an anderen wie ihrer Familie, Freunden und Arbeitskollegen. Oft haben wir uns angewöhnt je nach Situation, Thema und Umfeld verschiedene Maßstäbe zu nutzen, deshalb gebe ich ihnen jetzt 2 Übungen zum Trainieren ihres Anerkennungsmuskels mit auf den Weg: eine für wachsende Anerkennung durch Sie selbst und eine für intensivere Anerkennung durch andere.


1. Trainingsübung für wachsende Anerkennung durch SIE SELBST:

Sie benötigen dazu ca. 12 Minuten,  1 Blatt Papier und 1 Stift. Ein privater Ort wäre auch gut, damit sie niemand hört, wenn sie laut sprechen. Die Leute schauen einen sonst immer so seltsam an. ;-)

Schritt 1:  Beginnen Sie JETZT SOFORT mit der Übung – lesen Sie sich nicht erst alles durch, sonst entgeht ihnen der wichtige erste Impuls mit seiner starken Veränderungskraft.

Schritt 2:  Sagen Sie laut „Ich erlaube mir, mehr Anerkennung für mich in mein Leben zu bringen“. Sagen Sie es NOCH lauter. Fühlt sich das richtig an, dann gehen Sie JETZT SOFORT zum nächsten Schritt 3.

Glauben Sie diesen Satz noch nicht so richtig? Dann erinnern Sie sich wie das war, als Sie mal so richtig in Anerkennung baden durften. Vielleicht bei einer Siegerehrung, bei einer großen Entscheidung, die Sie gefällt haben, oder Sie standen auf einer Bühne und die Leute haben geklatscht. Wo war das, wer war dabei und wie hat sich das angefühlt? Lassen Sie ihre Erinnerung noch einmal wie einen Film vor ihren Augen ablaufen und fühlen noch einmal was Sie damals gefühlt haben. Vielleicht haben Sie jetzt sogar ein leichtes Lächeln auf ihren Lippen. Dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt, den Satz noch einmal zu sagen: „Ich erlaube mir, mehr Anerkennung für mich in mein Leben zu bringen“. 

Schritt 3:  Nehmen Sie das Blatt Papier und schreiben jetzt ohne viel nachzudenken 5 Dinge auf, die Sie gestern richtig gut gemacht haben. Das können auch Kleinigkeiten sein, wichtig ist, sich selbst auch dafür anzuerkennen. Wir sind ja im Training! Ich habe heute zum Beispiel:

  1. meinen ersten Blog-Artikel geschrieben und ihn veröffentlicht  und mit dem Web-Baukasten gekämpft – das müßten eigentlich 3 Punkte sein ;-)
  2. mich auf diese eine Sache konzentriert und alles weniger wichtige verschoben
  3. 2 wichtige Emails geschrieben, wichtige Entscheidungen gefällt etc.
  4. mir Bücher für meine Weiterbildung bestellt
  5. mir ein leckeres gesundes Essen zubereitet

Fällt ihnen das leicht? Herzlichen Glückwunsch! Sie haben ihre Anerkennungsmuskeln – vielleicht unbewusst -  schon super trainiert. Fällt Ihnen das schwer? Dann können Sie so richtig vom nächsten Schritt profitieren.

Schritt 4:  Legen Sie das Blatt mit den 5 Dingen auf ihren Nachttisch an ihr Bett und schreiben nun jeden Abend mindestens für 30 Tage lang vor dem Einschlafen 5 Dinge auf, die Sie an dem Tag richtig gut gemacht haben. Die Erfahrung hat gezeigt, dass wir in 3-6 Wochen durch Wiederholung Gewohnheiten verändern können. Das heißt Sie werden es sich angewöhnen, sich selbst oft und viel anzuerkennen, bis es ihnen leicht fällt. Es wird ihnen dann auch tagsüber mehr auffallen, wenn Sie etwas gut gemacht haben. Schritt für Schritt werden Sie immer mehr Gutes an sich entdecken und wertschätzen. Und was wir nachts vor dem Schlafengehen tun, das wirkt in der Nacht auch noch weiter in uns. Wichtig für den Aufbau ihres „Wahrnehmungsmuskels“  ist dabei vor allem, dass Sie täglich trainieren und keinen Tag auslassen. Aber selbst. wenn Sie einen Tag nicht so ganz dabei waren, machen Sie einfach weiter, bis die 30 Tage komplett sind.

Schritt 5:  Überlegen Sie, wie Sie es einrichten können, dass Sie am Ball bleiben. Hier ein paar Ideen:

  • vielleicht schaffen Sie sich ein wunderschönes Büchlein an, das Sie jeden abend gern in die Hand nehmen und gerne hineinschreiben 
  • Sie stellen sich vor, wie toll Sie sich nach dem Training fühlen werden, wenn Sie in ihrer eigenen Anerkennung baden können, wann immer sie wollen
  • Sie bitten ihren Partner oder einen Freund ihnen dabei zu helfen und nach ihren Übungen zu fragen oder Sie zu ermutigen 
  • lesen Sie öfter ihre gesammelten anerkannten Dinge durch und merken Sie, wie Sie sich schon entwickelt haben

Turbo:  Wenn Sie noch schneller und intensiver trainieren möchten, dann verlängern Sie ihr Training auf 2 Monate oder Sie verstärken es, in dem Sie jeden Tag 1 Sache mehr aufschreiben, die sie gut macht haben. Dann schreiben Sie am 30. Tag, 35 Dinge auf, die Sie gut gemacht haben. Danach haben Sie ihren Blick auf sich geändert und sehr viel mehr Anerkennung für sich gewonnen. Sie glauben, dass es keinen Tag gibt, an dem Sie 35 Dinge gut gemacht haben? Verschärfen Sie ihren Blickwinkel auf das Tolle in ihnen, was in jedem Menschen steckt und was in ihnen persönlich steckt. Entdecken Sie  auch die Dinge, die für Sie normal, für andere aber bewundernswert sind.  Kleine Gewohnheiten, die Sie ausmachen, über die Sie nicht mehr nachdenken. Wie einmal im Monat schwimmen zu gehen oder die Großmutter anzurufen.

 

2. Trainingsübung für intensivere Anerkennung durch ANDERE :

Für diese kurze Übung brauchen Sie eine zweite Person. Machen Sie die Übung mit einem wohlgesonnenen Kollegen, einer Freundin oder ihrem Partner. Vielleicht sogar mit ihrem Vorgesetzten?

Schritt 1:  Erlauben Sie sich zunächst wie in der 1. Übung die Anerkennung in dem Sie laut den Satz aussprechen „Ich erlaube mir, intensive Anerkennung durch andere zu erleben“.  Wenn es sich gut anfühlt machen Sie weiter. Wenn nicht, bauen Sie eine Schleife wie oben in Schritt 2 der 1. Übung beschrieben ein.

Schritt 2:  Fragen Sie den Anderen, was Sie heute gut gemacht haben. Und bitten Sie ihn, ein paar anerkennende Sätze darüber zu ihnen zu sagen.

Schritt 3:  Während der Andere nun spricht, öffnen Sie den Mund und atmen die anerkennenden Worte wie eine warme lecker duftende Wolke ganz in sich ein. Atmen Sie soviel davon ein wie es sich für Sie gut anfühlt und soviel Sie wollen. 

Schritt 4:  Bauen Sie die Übung in ihren Alltag ein. Bitten Sie die Menschen um sich herum öfter um anerkennende Worte. Die meisten Menschen tun ihnen gern etwas gutes. Lassen Sie Anerkennung, Lob und Bewunderung Anderer immer durch den geöffneten Mund in sich hinein. Je tiefer Sie dabei einatmen desto intensiver  wird ihre Wahrnehmung sein und desto nachhaltiger wird das gute Gefühl sich in ihnen ausbreiten und anhalten. Ein Post-it auf dem Telefon , der Kaffeetasse oder an der Pinnwand kann Ihnen dabei helfen sich täglich an die Übung zu erinnern, bis sie ihnen zur Gewohnheit wird.

 

Wie war’s für Sie?

Haben Sie sich die Zeit für sich genommen? Und wie hat es geklappt? Berichten Sie mir gerne von Ihren Erfahrungen über den Kommentar oder per Email. Ich bin gespannt und wünsche Ihnen viel Erfolg beim „Muskeltraining“! 


      Ihre Regina Schneider

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Nicole Bailer (Freitag, 16 Oktober 2015 16:08)

    Liebe Regina, ich bin unglaublich glücklich das du meine Blogparade dazu genutzt hast deinen Blog schon jetzt zu starten!! HUT AB!!
    Dein Artikel ist wirklich gelungen - er ließt sich so leicht und animiert zum mitmachen. Ich finde das Beispiel mit dem Muskelaufbau klasse - wirklich toll!!

    Die Übung mit der zweiten Person finde ich auch super, werde ich mal abwandeln und familienintern probieren - als Ritual beim Abendbrot!

    Vielen lieben Dank für diese tollen Impulse.
    Alles liebe, deine Nicole

  • #2

    Regina Schneider (Dienstag, 20 Oktober 2015 11:02)

    Liebe Nicole,

    vielen Dank für Deine ermutigenden Worte zu meiner Blog-Premiere.
    Mit Anerkennung kennst Du dich ja schon gut aus. Deine Kommentare zu den tollen Videos, Artikeln und Podcasts auf deiner Blogparade (Link dazu siehe ganz oben) waren immer anerkennend, passend und wohltuend. Schön, daß ich Dich und deinen Blog entdeckt habe.

    Bin gespannt wie das mit dem Ritual beim Abendbrot war... :-)

    Vielen Dank auch Dir für den inspirierenden Impuls für meinen ersten Blogartikel!!!
    Herzlichst, Regina